Zusammenarbeit mit ambulanten Pflegediensten
Ich betreue ehrenamtlich eine ältere Person, die inzwischen regelmäßig von einem ambulanten Pflegedienst versorgt wird. Dabei stelle ich mir die Frage, wie die Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichen Betreuern und Pflegediensten in der Praxis am besten funktioniert.
Wie halten Sie den Kontakt zum Pflegedienst? Gibt es feste Ansprechpartner? Werden Sie über Veränderungen im Gesundheitszustand oder bei der Versorgung informiert? Und wie gehen Sie damit um, wenn Sie den Eindruck haben, dass zusätzlicher Unterstützungsbedarf besteht?
Ich freue mich über Ihre Erfahrungen, Tipps und Hinweise aus der Praxis.
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Hallo,
mein Tipp ist, die Fragen der regulären Kontakthäufigkeit und einer konkreten Ansprechpartnerin bereits im Vorgespräch oder spätestens bei der Vertragsunterzeichnung zu besprechen.
Bei der Beurteilung der Kontakthäufigkeit wird ja immer von Bedeutung sein, wie fit die zu pflegende Person ist. Kann die zu pflegende Person die alltägliche Ausgestaltung der Pflegemaßnahmen und ggf. notwendige Änderungen z.B. bei den Einsatzzeiten mit dem Pflegedienst selbst abstimmen, wird die Kontakthäufigkeit mit dem ehrenamtlichen Betreuer oder der Betreuerin geringer sein, als wenn dies nicht der Fall ist.
Von Bedeutung ist dabei auch, ob und welche Zusatzaufgaben der Pflegedienst übernimmt. Soll die Hauswirtschaft geführt werden, die gepflegte Person zum Arzt und/oder zu anderen Dienstleistern gefahren werden, die Medikamentenverordung beim Arzt und die Abholung der Medikamente in der Apotheke usw. übernommen werden? Je mehr der Pflegedienst übernimmt, umso weniger ist eine ständige Kontaktaufnahme mit dem ehrenamtlichen Betreuer zur Abstimmung dieser Fragen notwendig.
Nach meiner Erfahrung erfolgt eine sofortige Benachrichtigung des Pflegedienstes bei Veränderungen des Gesundheits-und Pflegezustandes der zu pflegenden Person, der Ablehnung von vereinbarten Pflegemaßnahmen, Problemen bei der Medikamentengabe usw. an den ehrenamtlichen Betreuer oder die Betreuerin. Sehr oft wird durch den Pflegedienst dann eine Erhöhung des Pflegegrades angeregt oder angeboten, wegen der Probleme direkt den zuständigen Arzt oder die Ärztin zu informieren.
Sollten Sie den Eindruck haben, dass die zu pflegende Person einen höheren Unterstützungsbedarf hat, ohne das der Pflegedienst Sie darüber informiert hat, würde ich dies direkt mit der Pflegedienstleistung besprechen und nach den Gründen für die mangelnde Kommunikation fragen. Sie sollten dann auch den zuständigen Arzt oder die Ärztin zu Ihrem Eindruck befragen. Sollte sich der erhöhte Unterstützungsbedarf ärztlich bestätigen und die Gründe für die mangelnden Kommunikation für Sie nicht befriedigend geklärt und eine Verbesserung für die Zukunft absehbar ist, wäre ein Wechsel des Pflegedienstes in Betracht zu ziehen.
Hierbei ist aber der Wille der zu pflegenden Person zu beachten. Gerade bei längeren und intensiveren Kontakten mit dem Pflegepersonal wird eine genaue Abwägung zwischen den Auswirkungen des Kontaktabbruchs zu dem gewohnten Pflegepersonal bei der gepflegten Person und der Sorge wegen einer erneuten unzureichenden Kommunikation stattfinden müssen.