Wichtige Unterstützungsangebote und Netzwerkpartner im Land Brandenburg
- 4. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. Dez. 2025
Menschen mit Behinderungen sowie ihre Angehörigen und ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer finden im Land Brandenburg ein vielfältiges Netz an Beratungs-, Unterstützungs- und Teilhabeangeboten. Der folgende Überblick stellt ausgewählte zentrale Anlaufstellen und Hilfsangebote vor, die bei Fragen zu Selbstbestimmung, Arbeit, Pflege und Teilhabe unterstützen können.
Hinweis:
Die nachfolgende Darstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie soll vielmehr einen ersten Überblick über wichtige landesweite Angebote und Netzwerkpartner geben.
Der folgende Überblick stellt zentrale Anlaufstellen und Hilfsangebote vor, die bei Fragen zu Selbstbestimmung, Arbeit, Pflege und Teilhabe unterstützen können.
Darüber hinaus bestehen zahlreiche weitere regionale, kommunale und themenspezifische Unterstützungsangebote, die je nach individueller Lebenssituation in Anspruch genommen werden können. Ergänzend empfiehlt sich daher stets eine individuelle Beratung, z. B. durch Pflegestützpunkte, Betreuungsvereine oder die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB®).
Selbsthilfe und Interessenvertretung
Im Land Brandenburg engagieren sich zahlreiche Organisationen für die Belange von Menschen mit Behinderungen.
Die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Brandenburg (LAG-SH) ist eine Dachorganisation verschiedener Selbsthilfeverbände. Sie setzt sich landesweit für die Interessen von Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen ein und fördert Vernetzung, Austausch und politische Interessenvertretung.
Der Allgemeine Behindertenverband Land Brandenburg e. V. (ABB) bietet Unterstützung für Menschen mit Behinderungen und vertritt ihre Interessen in vielen Lebensbereichen. Er ist sowohl beratend als auch politisch aktiv.
Die Lebenshilfe Brandenburg e. V. und ihre regionalen Mitgliedsorganisationen sind spezialisierte Ansprechpartner für Menschen mit geistigen Behinderungen und ihre Familien. Sie begleiten Menschen mit Behinderungen in allen Lebensphasen und bieten vielfältige Unterstützungs- und Beratungsangebote.
Arbeit und Beschäftigung
Ein zentrales Ziel ist die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben.
Das AWO Netzwerk Arbeit Inklusiv unterstützt Menschen mit Behinderungen, die eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt anstreben. Es berät sowohl Betroffene als auch Unternehmen, vermittelt Arbeitsmöglichkeiten und fördert sozialversicherungspflichtige sowie niedrigschwellige Beschäftigung. Gleichzeitig vernetzt das Netzwerk Menschen mit Behinderungen, Betriebe, Behörden und Initiativen.
Für Menschen, die aufgrund der Art oder Schwere ihrer Behinderung derzeit nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, gibt es Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM).Werkstätten bieten berufliche Bildung, Beschäftigung und die Möglichkeit, die eigene Leistungsfähigkeit zu entwickeln oder wiederzuerlangen. In Brandenburg bestehen 28 anerkannte Werkstätten, in denen rund 10.000 Menschen mit Behinderungen arbeiten. Die Interessen der Beschäftigten werden durch gewählte Werkstatträte vertreten, die landesweit in der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstatträte Brandenburg (LAG WR) organisiert sind.
Pflege, Demenz und Unterstützung im Alltag
Für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen gibt es im Land Brandenburg umfassende Unterstützungsangebote.
Im Rahmen des Pakts für Pflege des Landesamtes für Soziales und Versorgung (LASV) werden Programme wie „Pflege vor Ort“ und das „Kompetenzzentrum Demenz“ umgesetzt. Ziel ist es, pflegende Angehörige zu entlasten, altersgerechte Sozialräume zu stärken und eine gute, qualifizierte Pflege sicherzustellen.Das Kompetenzzentrum Demenz – getragen von der Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e. V. – bietet u. a. Schulungen für Angehörige, unterstützt Selbsthilfeangebote und fördert den fachlichen Austausch im Bereich Demenz.
Pflegestützpunkte – kostenlose Beratung vor Ort
In allen Landkreisen und kreisfreien Städten Brandenburgs gibt es Pflegestützpunkte. Sie werden gemeinsam von Kranken- und Pflegekassen sowie den Kommunen getragen.Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten Pflegebedürftige und deren Angehörige kostenlos und individuell zu Pflegeleistungen, Hilfsangeboten und Unterstützungsmöglichkeiten. Die Beratung kann im Pflegestützpunkt, bei Hausbesuchen, in öffentlichen Einrichtungen oder teilweise auch per Videoberatung erfolgen. Ziel ist es, ein möglichst selbstbestimmtes Leben im vertrauten Umfeld zu ermöglichen.
Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB®)
Ein besonders wichtiges Angebot für Menschen mit Behinderungen und ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer ist die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB®).
Die EUTB® richtet sich an Menschen mit Behinderungen, von Behinderung bedrohte Menschen sowie an Personen, die sie unterstützen. Sie arbeitet nach dem Prinzip „Eine für alle“: Jede Beratungsstelle ist Ansprechpartnerin für alle Beeinträchtigungsformen und Fragestellungen – unabhängig davon, ob bereits Leistungen beantragt wurden.
Die Beratung ist kostenfrei, unabhängig und ergänzend zu den Angeboten der Leistungsträger. Ein zentrales Merkmal ist das Peer-Counseling-Prinzip, also Beratung von Betroffenen für Betroffene. Ziel ist es, die Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu stärken.
Das nächstgelegene Beratungsangebot kann über den EUTB®-Beratungsatlas gefunden werden.



